Seit Ende letzten Jahres besteht eine freundschaftliche Verbindung zwischen CampusAsyl und dem Regensburger Projekt “Al Basmah”, welches von Rawan Rawachdeh und Mohammad Khuzaie aus Syrien gegründet wurde. Höchste Zeit, dass wir das Projekt hier einmal vorstellen:

Die Verlagerung des Wohnortes geht für die meisten Menschen mit einer von Unsicherheiten geprägten Situation einher. Besonders der Umzug über Landesgrenzen hinweg bringt viele Herausforderungen mit sich, wie beispielsweise das Erlernen einer neuen Sprache, Zurechtfinden in neuen gesellschaftlichen und politischen Strukturen oder das Kontaktknüpfen mit einem neuen sozialen Umfeld. Kinder, die für ihre psychisch-emotionale Entwicklung sehr auf stabile Bindungen und verlässliche Tagesabläufe angewiesen sind, empfinden das Verlassen ihres gewohnten Zuhauses und das Ankommen an einem neuen Ort oftmals als extreme Belastung. Aber auch für Erwachsene, die zum Beispiel nach einer Flucht in Deutschland ankommen, stellt das Ankommen und Einleben am neuen Wohnort inklusive aller bürokratischen, ökonomischen und sozialen Faktoren in vielen Fällen einen langwierigen und nervenaufreibenden Prozess dar.

Rawan Rawachdeh und Mohammad Khuzaie haben diese Situation selbst erlebt, als sie vor etwa fünf Jahren von Syrien nach Deutschland kamen. Frau Rawachdeh und Herr Khuzaie sagen, dass sie in dieser Zeit viel Unterstützung durch staatliche Akteur*innen und Privatpersonen erhielten und sich nun selbst gerne dafür einsetzen möchten, anderen Migrant*innen, insbesondere Geflüchteten, die Ankunft in Deutschland zu erleichtern. Aus diesem Grund entwickelten die beiden ein Konzept mit dem schönen Namen „Al Basmah” – “Das Lächeln”, das Kindern zwischen fünf und fünfzehn Jahren, die aus einem arabischsprachigen Land stammen, psychologische und moralische Unterstützung bieten und ihnen helfen soll, sprachliche und soziale Schwierigkeiten zu bewältigen.

Jeden Samstag treffen sich die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler, bei denen es sich momentan um etwa zwanzig Kinder handelt, die aus dem Irak und Syrien geflüchtet sind, in den Räumen des Jugendzentrums Arena in Regensburg. Rawan Rawachdeh, die in Syrien Soziologie studiert hat und bereits einige Praxiserfahrungen im psychologisch-pädagogischen Bereich gesammelt hat, ist verantwortlich für die Betreuung der Kinder und gibt diesen unter anderem Arabischunterricht. Durch das Vertiefen der Muttersprache, soll es den Teilnehmenden des Projekts „Al Basmah“ erleichtert werden, auch die Deutsche und weitere Fremdsprachen zu erlernen und sich damit in ihrer Schule und ihrem sozialen Umfeld besser zurecht zu finden. Die Idee dahinter ist, dass es Lernenden leichter fällt, eine Fremdsprache zu erlernen, wenn sie in einer Muttersprache bereits ein Verständnis für Sprachstrukturen und ein Netz von Begriffen aufgebaut haben. Die Grammatik, Schrift und Vokabeln der neuen Sprache treffen dann auf dieses (instinktive) Vorwissen und können deutlich besser eingeordnet und verarbeitet werden.

Im Sprachunterricht  wird das Alter und Lernniveau der Kinder berücksichtigt, weshalb die Verantwortlichen planen, im Laufe der Zeit weitere Fachkräfte und Freiwillige aus ihrem großen Netzwerk mit einzubeziehen, die das Projekt durch weitere spielerische Lehrangebote oder psychologische Angebote ergänzen können. Neben der gezielten Förderung, kann das Projekt aber auch einen Raum des Austausches, der Stabilität und Sicherheit für die Kinder und Jugendliche bieten. Nicht nur in der Situation des Ankommens ist schließlich das „Lächeln“ ein wichtiger Teil des Lebens.

 

Ein Artikel von Antonia Vollmer.



28.05.2020 16:24,
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