CampusAsyl ehrt die Absolventinnen der MotherSchools



Das Präventionsprojekt will Mütter als Verbündete gewinnen. Sie sollen Jugendliche gegen radikale Ideologien rüsten.  

Nach einem Attentat stellt sich stets die Frage: Wie ist so etwas künftig zu verhindern? Die Organisation „Women without Borders“ setzt an, bevor es überhaupt zu Gewalt kommt. Für die „Frauen ohne  Grenzen“ gilt es, Mütter zu stärken, um Jugendliche widerstandsfähig zu machen gegen radikale Einflüsterungen jeglicher Art. Dazu bildet die internationale Organisation Mütter zu Botschafterinnen für den Frieden aus. Seit Mai 2021 gibt es „MotherSchools: Parenting for Peace“ auch in Regensburg – getragen vom Verein CampusAsyl.

Drei Kurse hat CampusAsyl als lokale Kooperationspartnerin von „Women without Borders“ nun abgeschlossen. Die Kurse fanden insgesamt zehn Mal und wöchentlich statt. Am Mittwoch erhielten 40 Frauen ihr Abschluss-Zertifikat – wegen Corona wurden sie für ihre erfolgreiche Teilnahme per Video-Konferenz geehrt. Mai Hamza, Koordinatorin der MotherSchools von CampusAsyl, moderierte die Abschlussveranstaltung. Dazu geschaltet waren neben Teilnehmerinnen, Lehrerinnen und Vertreter*innen von CampusAsyl auch Edit Schlaffer, die Gründerin von „Women without Borders“ aus Wien.

Schlaffer freute sich über die Regensburger „Pionierinnen“, die das neue Programm trotz schwieriger Corona-Umstände durchgehalten hätten. Sie sagte: „Unser Motto ist: Frauen ohne Grenzen verändern die Welt. Oft sagen uns Frauen: ,Wir verändern die Welt? Wie soll das gehen? Ich bin ja nur eine einzelne Frau, ich bin ja nur eine Mutter.‘“ Doch Mütter seien „für die großen Dinge im Leben zuständig“ und „Mosaiksteine für den globalen Frieden“. Sie seien Verbündete, die als Erste die Warnsignale bei ihren Kindern erkennen würden. Kinder und Jugendliche seien jeden Tag „mit Herausforderungen konfrontiert, die ihnen Rätsel aufgeben“ und mit „Stimmen und Verlockungen, die sie auf die falsche Bahn führen“ wollten. Um ihnen helfen zu können, müssten die Mütter bei sich selbst anfangen und sich überlegen: Wer bin ich? Wie gehe ich mit Krisen und Ängsten um? Wenn wir uns mit uns selber beschäftigen, verstehen wir auch die Kinder, das ist die Brücke der Empathie.“

Die MotherSchools, die sich an Mütter von Teenagern richten, unterstützen Frauen emotional und strukturell. Für Kathrin Bayer, eine der Lehrerinnen, ist es wichtig, dass Eltern ihren Kindern Vorbild sind durch eine respektvolle Sprache, richtiges Zuhören und Offenheit in der Familie. Offen zu kommunizieren, habe man sich auch in den MotherSchools- Gruppen erarbeitet. Lehrerin Ragad Kadan sagte: „Die Mütter sind mit der Zeit aufgeblüht. Wir haben zusammen gelacht und geweint.“

Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen waren sehr positiv: Es gehöre Mut dazu, vor anderen über persönliche Erfahrungen zu sprechen, sagte eine. Eine andere erzählte, sie habe viel gelernt – zum Beispiel, mit ihrer Tochter offen über frühere Tabus zu sprechen. Es brauche Initiative, um schlechte Gewohnheiten zu ändern: „Der Austausch hat uns sehr gut getan. Wenn wir Frieden in unserer Familie haben, haben wir auch eine bessere Gesellschaft.“

Dennis Forster vom CampusAsyl-Vorstand sagte an die Absolventinnen gerichtet: „Ihr wolltet nicht macht- und hilflos sein, wenn Dinge falsch laufen. Ihr wolltet etwas tun, wenn sich das Gift von falschen Ideologien in Eurem Umfeld ausbreitet.“ Damit würden die Mütter nicht nur etwas für ihre Familien tun, sondern „für die ganze Gesellschaft und das Zusammenleben hier in Regensburg“.

Respekt zollten den erfolgreichen Absolventinnen auch zwei Politikerinnen: Die Regensburger Stadträtin Monir Shahedi (Grüne) und Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner (CSU). Das Sozialministerium fördert mehrere bayerische Motherschools-Projekte, auch das in Regensburg. Trautner sagte, das größte Geschenk, das Eltern ihren Kindern geben könnten, sei eine liebe- und respektvolle Familie. Die in Teheran geborene Shahedi berichtete von ihrem Engagement in vielen Regensburger Einrichtungen wie dem Autonomen Frauenhaus oder als Jugendschöffin beim Amtsgericht.

Björn Reschke von der CampusAsyl-Geschäftsstelle sagte, der Verein, der einen seiner Schwerpunkte beim Empowerment von Frauen setzt, hoffe, die MotherSchools 2022 fortsetzen zu können. Auch würde CampusAsyl das Projekt in Regensburg gerne um FatherSchools erweitern. Solche Programme für Väter haben „Frauen ohne Grenzen“ bereits in einigen Ländern initiiert.

 

Von Katharina Kellner.



21.12.2021 11:23,
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