(ein Beitrag von Adrienn Hegyi)

Ein sehr wichtiges Ziel von CampusAsyl ist es, Geflüchtete beim Erlernen der deutschen Sprache zu unterstützen. Dazu bietet der Verein dreimal wöchentlich Deutschunterricht an, der seit 1. Juni in der neuen Erstaufnahmeeinrichtung in der Bajuwarenstraße stattfindet. Im Kurs werden Themen, wie zum Beispiel Einkaufen, Berufe, Familie und Freizeit, in kleinen Gruppen unterrichtet. Zusätzlich wird immer ein Tisch für Anfänger eingerichtet, an dem sie zuerst die Zahlen und das Alphabet lernen, bzw. lernen können, wie man sich in Deutschland begrüßen und sich vorstellen kann.

Die LehrerInnen im Unterricht sind alle motivierte Freiwillige, die in diesem Projekt sehr gerne tätig sind. Veronika Lintner zum Beispiel unterrichtet im „Crashkurs Deutsch“ schon seit Juli 2015. Sie war schon länger an der Lebensrealität der Geflüchteten interessiert: ,,Die “Flüchtlings“-Debatte – in der Politik, in den Medien, an den Stammtischen – schien mir geprägt von Vorurteilen, Klischees und festgefahrenen Argumenten. Die persönlichen Geschichten dieser Menschen sind doch wahrscheinlich viel komplexer, dachte ich mir – und diese Vermutung hat sich bestätigt“, sagt Veronika.

Jeder Unterricht dauert 90 Minuten und beginnt immer mit einer kleinen Wiederholung. Zunächst wird stets der sogenannte Grundlehrstoff geübt, welcher sich mit Fragen beschäftigt wie: Wie heißt du? / Woher kommst du? / Wo lebst du? und Wie geht’s dir? Daneben spielen Aussprache und das Alphabet immer eine große Rolle.

,,Dieser Kurs ist ein freiwilliges Angebot für die Bewohner der EAE. Daher treffen wir dort oft auf sehr motivierte „Schülerinnen“ und „Schüler“. Die ganz individuellen Bedürfnisse, Charaktere und Potentiale der Menschen machen den Unterricht bunt und reizvoll – und auch zur Herausforderung“, sagt Veronika. Die Flüchtlinge üben die Lektionen fleißig in ihren Zimmern und sind untereinander sehr hilfsbereit. Sie sind auch sehr dankbar für diese Möglichkeit, was die Freiwilligen immer zur weiteren Hilfestellung motiviert. Für den Unterricht braucht man keine spezielle Ausbildung oder Unterrichtserfahrung, aber Spaß am Lachen und Improvisationsfähigkeit sind unbedingt nötig. Der Crashkurs macht sowohl den Flüchtlingen als auch den Freiwilligen Spaß, weil dort die Atmosphäre immer angenehm ist.

Nebenbei bekommen die Freiwilligen im Unterricht einen Einblick in andere Sprachen, wie Arabisch, Tigrinisch oder Kurdisch und schließen manch neue Freundschaft. ,,Mit einigen ehemaligen Schülern stehe ich nach wie vor in Kontakt. Ich bekomme mit, wie sie jetzt in der Gesellschaft Fuß fassen, Praktika absolvieren oder sich selbst sozial engagieren. Es würde mich freuen, wenn ich bei manch einem das Interesse für die deutsche Sprache geweckt habe“, erklärt Veronika.

Wenn du Mitglied dieses Teams sein möchtest und wenn du Lust zum Unterricht verspürst, schreib einfach eine E-Mail an Fabian Hutmacher unter crashkurs-deutsch@campus-asyl.de.



01.06.2017 19:03,
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