Die Frage, wie wir einander bei CampusAsyl auf Augenhöhe begegnen und diskriminierenden Machtstrukturen entgegenwirken können, beschäftigt uns im Verein schon seit einiger Zeit. Aus diesem Grund hat die Vereinsarbeit von CampusAsyl mit einem internen rassismuskritischen Öffnungsprozess einen nächsten Entwicklungsschritt eingeleitet, der zu größerer Teilhabe und diskriminierungssensiblerer Arbeit führen soll.

Um das Thema strukturiert und nachhaltlig in Angriff nehmen zu können, hat sich Anfang dieses Jahres eine Arbeitsgruppe gebildet, die von der Jugendbildungsstätte Unterfranken unterstützt und begleitet wird. Die Arbeitsgruppe besteht aus Entscheidungsträger*innen und Multiplikator*innen innerhalb des Vereins, die sich durch kritische Selbstreflexion und regelmäßige Sitzungen in den Bereichen Rassismuskritik, gleichberechtigte Teilhabe und Machthierarchien weiterbilden und ihre Erkenntnisse dann in die Vereinsarbeit weitertragen können. Unter anderem sollen Strategien entwickelt werden, wie Menschen mit und ohne Fluchterfahrung gleichermaßen Verantwortung im Verein übernehmen können und die Diversität unserer Mitglieder sich auf allen Ebenen des Vereins noch besser widerspiegeln kann. Aber auch über Informationswege und Anforderungen an Kommunikation zwischen den Mitgliedern und den verschiedenen Gremien von CampusAsyl wird in der Arbeitsgruppe diskutiert, ebenso wie über die Darstellung des Vereins nach außen.

Der rassismuskritische Öffnungsprozess ist ein längerfristiger Prozess mit vielen unterschiedlichen Facetten und je mehr Menschen mit einbezogen werden, desto weitreichender können die Erkenntnisse und Veränderungen getragen werden, die den Verein schließlich weiterbringen. Aus diesem Grund wurde am letzten Novemberwochenende nicht nur am Samstag innerhalb der AG Rassismuskritik intern gearbeitet, sondern auch der halbjährliche Koordinierendentag am Sonntag wurde genutzt, um sich der Thematik zu widmen.

Am Samstag setzten sich die Mitglieder der AG zunächst mit einem Selbstcheck mit CampusAsyl als Organisation auseinander und unterzogen die strukturelle Ebene (Organisationspolitik) sowie die Öffentlichkeitsarbeit und das Bildungsprogramm einer kritischen Betrachtung. Die dabei gesammelten Erkenntnisse, Strategien und Handlungsplanungen konnten am folgenden Tag in einen erweiterten Personenkreis getragen und dort gemeinsam weiterentwickelt sowie ergänzt werden. Die Gruppe am Sonntag bestand aus vielen Projektkoordinierenden und Gruppenleitenden des Vereins, die sich zweimal im Jahr zu einem gemeinsamen Tag treffen, um sich weiterzubilden und strukturelle Herausforderungen in einem großen Austausch anzugehen. Der Fokus bei diesem Koordinierendentag im Herbst lag auf dem Thema des rassismuskritischen Öffnungsprozesses.

Konkrete Anliegen und Themen der Koordinierenden drehten sich unter anderem um die Inklusion von Menschen mit Fluchterfahrung und die Problematik des Othering (jemanden als anders oder fremd abzugrenzen oder herauszustellen) sowie um die Herausforderung des Umgangs mit Sprachbarrieren. Die Zeit wurde intensiv genutzt, um in Kleingruppen konkrete Handlungsschritte zur Veränderung der identifizierten Anliegen zu formulieren und sich im Plenum darüber auszutauschen. Die letzte Stunde des gemeinsamen Tages nutzten wir für eine interne Besprechung diverser Fragen rund um Corona, Dankbarkeit gegenüber Freiwilligen, das anstehende Wintertreffen und den nächsten Koordinierendentag im Frühling.

Abschließend lässt sich das gesamte Wochenende zusammen mit der JuBi Unterfranken als sehr lehrreich und interessant zusammenfassen – trotz des kurzfristig notwendigen Online-Formats konnten wichtige Anliegen angesprochen werden und es fand ein reger Austausch statt. Es bleibt die Hoffnung, dass der nächste Koordinierendentag im Frühjahr auch wieder in Präsenz stattfinden kann!



30.11.2021 10:23,
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